Als Krönung seines
Uhrensammler-Hobbys eröffnete Georg Abeler 1958 das Wuppertaler Uhrenmuseum, das sich im
Laufe der Zeit zu einer der universellsten Sammlungen der Welt entwickelt hat, die je zum
Thema Uhren und Zeitmessung zusammengetragen worden sind.Wie es
dazu kam?
Man schreibt den 24. März 1955. In einem überfüllten Saal auf dem
Hohenzollernring in Köln wird die Uhrensammlung des verstorbenen Rechtsanwaltes Dr.
Antoine Feill versteigert. Es ist gegen 11.30 Uhr. Der Auktionator läßt einen zierlichen
Hammer auf sein Pult fallen. "DM 420.- zum dritten Mal" ruft er in den Saal und
schlägt damit die soeben ausgerufene Wanduhr - eine alte englische Lantern-Clock - einem
Mann zu, der noch nie zuvor eine Auktion besucht hatte. Georg Abeler muß einen Zettel mit
der Nr. 62 unterschreiben und nach der Mittagspause noch sieben weitere. Dann ist die
Auktion vorbei.
Weder der Auktionator noch die Auktionsversammlung und auch nicht Georg Abeler
selbst ahnen, daß dies die Geburtsstunde des Wuppertaler Uhrenmuseums ist. Als Georg
Abeler abends mit seinen Schätzen nach Hause kam, da sprang der Funke über, und in
diesem Augenblick war die ganze Familie, besonders sein Sohn Jürgen, zu begeisterten
Uhrensammlern geworden. Jeder Sammler weiß von dem zündenden Erlebnis zu berichten, das
ihn zum Sammler irgendeines Sammelgebietes machte. Ob ein solcher Funke nur zu einem
nebenher betriebenen Hobby oder aber zu einer echten Leidenschaft führt, die schließlich
wissenschaftlich betrieben wird, hängt nicht nur ab vom Sammelgebiet und von den zur
Verfügung stehenden Mitteln, sondern auch von vielen anderen Faktoren.
Bei der Familie Abeler jedenfalls verband sich die Liebe und Begeisterung zum
Beruf in einzigartiger Weise mit dem Hobby des Uhrensammelns. So konnte der Erfolg nicht
ausbleiben. Beim Aufbau der Sammlung hatte man sich von vornherein die Aufgabe gestellt,
einen wirklich umfassenden Überblick über die Geschichte der Zeitmessung und der Uhren
zu geben, die die Beiträge aller Völker und Epochen umfassen sollte. Intensive
Sammlertätigkeit, eine gehörige Portion Sammlerglück, für das es kein Rezept gibt, und
eine nicht unbeträchtlicher finanzieller Einsatz haben zu einer Uhrensammlung geführt,
die seit Jahren Weltruf genießt.
Es ist ein faszinierendes Erlebnis, ein tiefer Blick in die Technik- und
Kulturgeschichte der Menschheit, die Entwicklung der Uhr von den Sonnen- und Wasseruhren
der alten Ägypter vor 5000 Jahren bis zur Atomuhr und zu den modernsten Armbanduhren der
Welt mit Stimmgabel- und Quartzsteuerung zu verfolgen. Und das haben inzwischen mehr als
eine Million Besucher aus aller Welt mit Begeisterung getan.